Über uns

Die Arbeitsgruppe Sozioinformatik (SIN) hat das Ziel, anwendungsorientierte Informatiksysteme unter Berücksichtigung technischer, sozialer und organisatorischer Aspekte zu gestalten. Dazu gehört die Analyse, Konzeption, Entwicklung, Einführung und Evaluation der sozio-technischen IT- und Mediensysteme im Kontext ihrer Benutzung.

Gegenwärtige Forschungsrichtungen

Die Arbeitsgruppe verfolgt im Wesentlichen vier Forschungsrichtungen:

  • Interaction Design und Usability Engineering.
    Die Interaktion mit IT-basierten Artefakten – seien es traditionelle Desktop-Computer, web-basierte Internetangebote, Computerspiele, Lernsysteme oder mobile Systeme wie Handys oder PDAs – gewinnt zunehmend an Bedeutung. Qualitätskriterien wie Funktionalität, Korrektheit oder Stabilität von IT-Systemen müssen ergänzt werden um Aspekte der Benutzbarkeit der Systeme, wenn sie vom Anwender erfolgreich angenommen werden sollen. Aktuelle Forschungsthemen beziehen sich auf die medien-ergonomische Gestaltung und Bewertung von e-Learning-Systemen für Kinder, aber auch für ältere Menschen. Der Aufbau eines Usability-Testsystems für mobile Geräte ist in Vorbereitung, ein erster funktionsfähiger Prototyp ist bereits im Einsatz.

  • Digitale Medien in der Aus- und Weiterbildung (e-Learning).
    Die Wirksamkeit der klassischen Lehre, d.h. der personalen Lehr-Lern-Beziehung zwischen Schülern und Lehrern, soll durch innovative e-Learning-Angebote verbessert werden. Die Arbeitsgruppe erforscht dabei vor allem die Rahmenbedingungen und Einsatzformen von e-Learning bei benachteiligten Gruppen. Einige Beispiele: - Seit nunmehr zehn Jahren werden e-Learning-Projekte mit und für Strafgefangene durchgeführt. - Vor längerer Zeit wurde eine Software für Analphabeten entwickelt, und im nächsten Jahr folgt ein Projekt, in dem ein Masterstudiengang Alphabetisierung und Grundbildung entwickelt wird, der durch e-Learning unterstützt werden soll. - Ein europäisches Projekt mit Partnern aus vier Ländern widmete sich der Unterstützung aktiver Lernprozesse bei älteren Menschen.
  • Wissensmanagement-Systeme.
    Die oft punktuellen oder zeitlich befristeten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen können jeweils nur der Beginn einer auf lebenslanges Lernen ausgerichteten Strategie sein. Diese Strategie wird von der Arbeitsgruppe durch die Entwicklung und den Transfer von Wissensmanagement-Systemen zum Austausch von Wissen zwischen den Beschäftigten unterstützt. Zwei solcher Systeme befinden sich auf der betrieblichen Ebene im Aufbau, das eine zur Unterstützung komplexer Engineeringtätigkeiten und das zweite im Bereich sozialpsychologischer Beratungs- und Coachingprozesse.
  • Community-Systeme.
    Unsere Ansätze im Bereich der Wissensmanagementsysteme haben sehr schnell die Notwendigkeit deutlich gemacht, dass die Kommunikations- und Kooperationsprozesse sowohl im professionellen als auch im privaten Bereich durch Informations- und Kommunikationstechnik entscheidend verbessert werden können. Für verschiedene Zielgruppen auf europäischer Ebene, sog. „Communities of Practice“ wurden Community-Systeme entwickelt, die zurzeit evaluiert werden. Der Schwerpunkt der Forschung liegt dabei in der Evaluierung von Kommunikationsveränderungen und in der Berücksichtigung solcher Veränderung bei der Entwicklung der nächsten Generation von Community-Systemen.